Aero-Club Bamberg e.V.
Corona-Virus und Flugbetrieb

Liebe Mitglieder, Pilotinnen und Piloten,

die aktuell in diversen sog. "sozialen" Medien geführte Diskussion über Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf unseren Verein einerseits und die Fliegerei bei uns am Platz andererseits lassen erkennen, dass einige immer noch nicht den Ernst der Lage erkannt haben. Obwohl die bereits über die Sparten-E-Mail-Verteiler verbreiteten Texte der Staatsregierung, der Luftämter und des LVB (siehe hier) meines Erachtens eindeutig sind, meint offenbar mancher, der ein argumentatives Schlupfloch gefunden zu haben glaubt, dass das für ihn persönlich nicht gilt. Deshalb wende ich mich heute nochmals an alle mit der Bitte um Vernunft und Solidarität:

Der von der Bayerischen Staatsregierung ausgerufene Notstand muss dazu führen, dass bis auf weiteres nicht nur die luftsportlichen, sondern auch alle allgemein fliegerischen Aktivitäten und der Flugbetrieb einzustellen bzw. auf das unerlässlich notwendige Minimum zu beschränken sind (Not-/Sicherungsmaßnahmen und unaufschiebbare geschäftliche Reiseflüge). Die hinzukommende Vermeidung von persönlichen Kontakten führt zudem zur Einstellung aller vereinsinternen Veranstaltungen, Sitzungen, Versammlungen (Mitgliederversammlungen) und der Gastwirtschaft.
Selbst für Flüge in Länder des Schengen-Raums gilt wieder die Grenzkontrollpflicht!

Müssen wir es wirklich so weit treiben, dass – wie angedroht – eine allgemeine Ausgangssperre angeordnet wird, mit der dann jeder Rest von persönlicher Freizügigkeit beendet ist?

Es zeugt von völligem Mangel an Solidarität und dem Fehlen jedes Verständnisses für Situation und Mitmenschen, wenn der eine oder andere trotzdem meint, weiterhin seinem Hobby nachgehen und unbedingt am Wochenende fliegen zu müssen. Dabei spreche ich auch die Eigentümer privater Fluggeräte an, für die es natürlich keine Ausnahmen gibt. Die bekannten Anordnungen gelten nämlich allgemein und betreffen nicht nur vereinseigene Flugzeuge. Wer meint, dass er/sie "da oben ja allein sei und niemanden anstecke", macht es sich zu einfach. Er/sie beginnt und beendet den Flug ja nicht in der Luft und ignoriert damit die uns alle betreffende Risiko-Situation!

Sätze wie "ich fliege trotzdem, ich habe ja einen eigenen" lassen erkennen, wie weit die sonst so strapazierte Vereins- oder Fliegerkameradschaft wirklich geht. Hinzu kommt das völlige Verkennen der negativen Auswirkungen:
Selbst wenn man vielleicht in 1000 m gerade niemanden konkret gefährden sollte, wird dies in unserem Umfeld sehr kritisch wahrgenommen. Denn bekanntlich stehen wir Flieger aus den unterschiedlichsten Gründen schon länger unter Beobachtung und sollten niemandem erklären müssen, warum wir jetzt nicht zuhause bleiben (müssen), sondern weiterhin unserem Hobby nachgehen (dürfen)! Was sagt denn ein Modellflieger dazu, der seine Geräte nicht bewegen darf?

Ich appelliere deshalb nochmals eindringlich an Euch alle,

bitte bleibt bis auf weiteres zuhause, kommt nicht zum Flugplatz und fliegt nicht!

Nachdem das bisher auf wenig Verständnis gestoßen ist und immernoch Charter-Reservierungen für diverse Flugzeuge gelistet sind, wird der Flugbetrieb nun auch an den Wochenenden bis auf weiteres eingestellt, wie es unter der Woche ja schon der Fall ist.
EDQA ist als Sonderlandeplatz bekanntlich PPR! Alle Flugleiterdienste sind aber bis auf weiteres ausgesetzt! Auch die Ausnahmen für das "Fliegen ohne Flugleiter" gelten vorläufig nicht mehr!

Bitte seid so verständig und haltet Euch daran. Bei anhaltend schlechtem Wetter müsst Ihr doch auch mal länger pausieren. Ganz sicher hoffen wir alle, dass die Situation nicht zu lange anhält.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Fliegergrüßen
Euer

Hanno Stock
1. Vorsitzender