Aero-Club Bamberg e.V.
Erster Alleinflug

Eigentlich war ich am Samstag, dem 29. Juni 2019, noch der festen Überzeugung, dass es bis zu meinem ersten Alleinflug noch ein langer Weg sein würde. Doch dann setzte ich mich mit Werner Schwanitz in unseren Schulflieger und er sagte mir: „Ich lass dich mal machen. Zeig mir, was du kannst.“ Das tat ich dann anscheinend auch. Nach der Landung empfahl er mir noch ein paar kleine Änderungen an meiner Geschwindigkeit, vor allem beim Landeanflug. Und dann ging es gleich noch mal mit ihm in die Luft. Als wir dann wieder am Startbus saßen und er meinen Lernfortschritt durchschaute, ließ er mich die Unterlagen für die Zustimmung zum ersten Alleinflug unterschreiben. Da wir jedoch noch eine zweite Zustimmung eines zweiten Lehrers benötigten, flog ich noch ein weiteres Mal mit Matthias Rühr. Nach einer weiteren erfolgreichen, jedoch ziemlich holprigen Landung gab auch dieser sein OK für den Alleinflug. Nach einigem Überlegen, ob ich denn heute schon bereit für meine ersten Alleinflüge sei, kam ich zu dem Schluss, dass ich eigentlich nichts zu verlieren hatte. Als ich mich dann zum ersten Mal ganz allein in den Flieger setzte, wurde ich doch ziemlich nervös. Aber Werner meinte, dass es nichts gab, wovor ich Angst haben müsste, er sei ja die ganze Zeit im Funk mit dabei.
Dann ging es los! Ich sah das Seil langsam straff werden und rollte ein kleines Stück nach vorne. Die Winde zog an und ich wurde in meinen Sitz gepresst. Ich holperte noch ein paar Meter über den Boden, doch dann hob ich ab. Ich tat, wie ich es gelernt hatte. Erst schön flach steigen dann schön ziehen. Nach dem Ausklinken verspürte ich sofort eine innere Ruhe und Erleichterung. Aus dem Funk ertönte es „Sehr schöner Start“ und ich freute mich und antwortete „Dankeschön“. Ich überprüfte den Luftraum, alles war frei. Ich begab mich mit einer Rechtskurve in die Platzrunde. Das Höheabfliegen erwies sich schwieriger als erwartet, da ich überall stieg. Später erfuhr ich, dass am Boden schon gewitzelt wurde, ob ich denn Thermik fliege. Also entschloss ich mich kurzerhand, die Klappen zu ziehen, um so Höhe zu verlieren. So kam ich dann perfekt mit 200m an der Position an und meldete diese. Trotz vorheriger Schwierigkeiten bei Flügen mit Lehrer, die Geschwindigkeit über 100km/h zu halten, funktionierte das diesmal einwandfrei und ich flog mit kaum Turbulenzen in den Endanflug und landete relativ sanft. Als ich dann 10 Minuten später wieder alleine im Segelflieger saß, war ich schon viel ruhiger und der Start verlief noch einmal besser als der erste. Trotz einer sehr abrupten Landung war ich jetzt viel selbstsicherer. Nachdem dann beim dritten Flug auch alles glatt gelaufen war, freute ich mich sehr.
Als ich aus dem Flieger stieg und zu den Hallen lief, wurde ich schon mit grinsenden Gesichtern begrüßt. Sie wussten alle, was mir nun bevorstand. Nachdem wir die Segler gewaschen hatten und in die Halle geschoben hatten, musste ich mich der Tradition hingeben. Einer nach dem Anderen zeigte mir, wie „sich die Thermik unterm Arsch anfühlt“. Danach nahm ich meinen dornigen Blumenstrauß entgegen und wurde von Glückwünschen überschüttet. Alles in allem also ein sehr gelungener Tag.
Ich möchte mich besonders bei Werner Schwanitz bedanken, da er mir das so schnell ermöglicht hatte, und natürlich auch bei allen anderen Fluglehrern, die ich bis jetzt hatte, da sie mir alles beigebracht haben.
 

Unser freigeflogener Flugschüler Jakob Löblein inmitten unserer Segelfluglehrer Werner Schwanitz und Matthias Rühr
Unser freigeflogener Flugschüler Jakob Löblein inmitten unserer Segelfluglehrer Werner Schwanitz und Matthias Rühr