Aero-Club Bamberg e.V.
Hangflug an der Porta Westfalica

Am 28.09.2019 früh um 6 Uhr zogen mein Wingman Dieter und ich die Flieger aus der Hängerhalle und machten uns auf den 400 km langen Weg nach Westfalen. Der Umstand, dass es strömend regnete, machte uns zu diesem Zeitpunkt noch keine Sorgen. Dass das Wetter problematisch für unsere Unternehmung sein könnte, nahmen wir in Kauf. Wenn nicht heute, dann wird es in diesem Jahr nichts mehr mit unserem Ausflug an die Porta Westfalica. Stirnrunzeln kam erst auf, als die Autobahnausfahrt von Porta, immer noch bei ströhmenden Regen, genommen wurde. Kurz darauf keimte aber ein erster Hoffnungsschimmer auf, als der erste Blick auf den Flugplatz uns zeigte: Es gibt noch mehr Verrückte von unserer Sorte! Ca. 10 Piloten waren angereist, um heute am Weser- und Wiehengebirge (es scheint ein bisschen vermessen, bei einer maximalen Höhe von 336 m von einem Gebirge zu sprechen. Zum Vergleich die Friesener Warte ist 560 m hoch) ihre Bahnen zu ziehen. Nochmal so viele einheimische Piloten hatten bereits ihre Flugzeuge ausgehallt bzw. aufgebaut. Dass es immer noch regnete, schien aber niemanden zu interessieren. Also bauten auch wir unsere Flieger auf.
 

Startaufstellung auf der Porta Westfalica
Startaufstellung auf der Porta Westfalica


Nach dem Durchzug von zwei weiteren Schauerfronten war es gegen 13:00 Uhr soweit: Es riss auf, der Hang, der bisher in Wolken gehüllt war, war zu sehen und trieb uns sofort angesichts der mikrigen Höhe einen Schauer über den Rücken. Aber auch der Wind frischte auf und eine alte Segelfliegerweisheit besagt, dass der Wind am Hang niemals in den Planeten einschlägt, sondern immer nach oben abgelenkt wird. Also: Start frei!
 

Dieter in der D-KAHH
Dieter in der D-KAHH


Was dann folgte war... magisch. In einer Höhe über Grund, in der man in Bamberg die Position zur Landung meldet, fliegt man scheinbar endlos am Hang entlang. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal wird auf gleicher Höhe passiert, zum Fernsehturm muss man schon hinaufsehen. Nach 50 km Geradeausflug wird gewendet. Auf dem Rückflug sieht man die Gefahren dieser Art des Fliegens: Drei Maschinen liegen auf einem Acker. Schon bei kurzen Windaussetzern ist die Herrlichkeit vorbei und man muss landen. Nicht immer ist dann der nächste Flugplatz in Reichweite. Als nach zwei Stunden Flug die nächste Regenfront sich nähert, wird der Wind spürbar schwächer und wir drehen Richtung Flugplatz ab. Wir landen wieder, wie könnte es anders sein, bei strömendem Regen.
 

Blick aus dem Cockpit auf den Hang mit dem Fernsehturm
Blick aus dem Cockpit auf den Hang mit dem Fernsehturm


Auch wenn die Flugzeit im Vergleich zur Fahrzeit auf der Autobahn unverhältnismäßig erscheint, so hinterlässt dieses Abenteuer ein Grinsen in unserem Gesicht, das garantiert bis Weihnachten anhalten wird.
 

Regenbogen über der ASH 31
Regenbogen über der ASH 31