Aero-Club Bamberg e.V.
Presseinformation: Die Luftrettungsstaffel im Zeichen der Corona-Krise

Die angeordneten Ausgangsbeschränkungen der Bayerischen Staatsregierung und des Bundes werden selbstverständlich auch im Flugsport beachtet. Ja, viele Vereine und Flugplätze hatten dabei bereits deutlich vor den behördlich angeordneten Maßnahmen ihre Aktivitäten freiwillig eingestellt.

Weshalb findet dennoch Flugverkehr mit kleineren Flugzeugen statt?

In Einzelfällen gibt es dennoch Flugbetrieb. Vor allem durch Flugzeuge und Piloten der Luftrettungsstaffel. Üblicherweise fliegen diese Piloten und Maschinen in der wärmeren Jahreszeit ehrenamtlich, und führen von den Behörden angeforderte Flüge zur Waldbrandüberwachung durch. Diese sind wichtig, um Waldbrände größeren Ausmaßes zu verhindern, wie man sie aus Ländern wie Portugal, Griechenland oder Spanien kennt: Waldbrände, die dort auch mit Löschflugzeugen oft wochenlang nicht unter Kontrolle zu bekommen sind. Ein ganz wesentlicher Grund, weshalb solche Brände sich in Bayern nicht ausbreiten, sind nicht klimatische Unterschiede – es ist tatsächlich nur die um ein vielfaches höhere Präsenz der Feuerwehren vor Ort bei uns.
Die Ortsfeuerwehren können Waldbrände nach ihrer Entstehung vom Boden aus jedoch nur schnell genug Löschen, wenn diese zeitnah erkannt werden, und wenn die Feuerwehren schnell vor Ort sind. Und sie benötigen bei diesen manchmal gefährlichen Einsätzen im Gelände – auch zum Schutz der beteiligten Feuerwehren – oft Unterstützung aus der Luft für die optimale Koordination.

Waldbrandgefahr – besteht die nicht erst im Sommer?

Während viele Menschen vermuten, dass eine hohe Waldbrandgefahr erst in den Sommermonaten besteht, stellt das Frühjahr in unseren Breiten oft den kritischeren Zustand dar. Nach der kalten Jahreszeit fehlt das Grün der Waldböden: die Böden sind extrem trocken, der neue Bewuchs fehlt, die bestehende Feuchtigkeit verdunstet schnell, und die Regenfälle reichen nicht aus, um die Bodenfeuchtigkeit ausreichend anzuheben. Deshalb ordnet das Innenministerium über die Landratsämter in vielen Jahren – in Absprachen mit den Forstämtern der betroffenen Regionen – bereits ab März regelmäßige Waldbrandüberwachung aus der Luft an. Gerade in Zeiten der Corona-Krise wäre es eine schlimme, weitere Katastrophe, wenn zu den bestehenden Anforderungen an die Einsatzkräfte von Feuerwehren und Rettungsdiensten noch ein großer Waldbrand hinzukommen würde.

Weitere Tätigkeiten der Luftrettungsstaffel

Die Aufgabe der Waldbrandüberwachung gehört seit über 50 Jahren zu den zahlreichen Aufgabengebieten der Luftrettungsstaffel. Daneben kann die Luftrettungsstaffel aber auch andere Tätigkeiten im Katastrophenschutz oder Umweltschutz übernehmen. So besteht aktuell auch die Anfrage des Bayerischen Innenministeriums an die Luftrettungsstaffel, sich im Einzelfall auch für den Transport von medizinischem Material, Gerät und/oder Personal bereit zu halten.

Sicherheit im Flugbetrieb

In den letzten 50 Jahren gab es bei Einsatzflügen der Luftrettungsstaffel keinen einzigen Unfall. Das ist kein Zufall: Die Luftrettungsstaffel Bayern verlangt für seine Einsatzflüge sehr hohe Sicherheitsstandards, wofür die gesetzlichen Vorgaben für private Flüge deutlich überschritten werden. Aus diesem Grund führen die Piloten derzeit auch immer wieder Flüge zur Herstellung der Einsatzbereitschaft durch, bei denen zum Beispiel fliegerische Routine hergestellt und Notverfahren aufgefrischt werden. Aber auch Flüge zur Wartung von Maschinen werden durchgeführt. Unsere Piloten fliegen dabei nicht zum Vergnügen: sie gehören zu dem Personenkreis, der sich jetzt auch lieber in die geschützte, häusliche Umgebung zurückziehen würden. Vorgaben, wie zum Beispiel zum Tragen von Schutzmasken – auch während des Fluges – und weitere Hygienemaßnahmen werden bei der Durchführung der Flugaufträge selbstverständlich streng beachtet.

Die Luftrettungsstaffel Bayern e.V.  bittet die Bevölkerung daher derzeit besonders um Verständnis für notwendige Aktivitäten die, im Auftrag des Freistaates Bayern, zum Wohle aller durchgeführt werden.

Georg Lehmacher
Pressereferent
Luftrettungsstaffel Bayern