Aero-Club Bamberg e.V.
Schreiben des 1. Vorstandes an den Oberbürgermeister zur Thematik der Einführung eines Naturschutzgebietes auf dem Sonderlandeplatz Bamberg-Breitenau

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort auf meine Stellungnahme, die allerdings wenig hilft, nachdem das Problem schon längere Zeit mit Herrn Dr. Goller erörtert wird und das Thema bei der Verwaltung zugunsten des pragmatischeren Weges einer nachträglichen Einflussnahme auf den Inhalt der Satzung (für das dann aber schon beschlossene NSG) beendet zu sein scheint. Dabei wird aber zugunsten des Zeitgeistes und angesichts der Wahlen im Frühjahr übergangen bzw. vermieden zu hinterfragen, was denn der Vorteil der Einführung des vom Naturschutz gewünschten NSG am Flugplatz ist bzw. sein soll.

Nach meinen bisherigen Gesprächen bin ich sicher, dass die Mehrzahl der Bürger, die den Antrag unterzeichnet haben, nicht vollständig informiert ist und insbesondere nicht weiß, dass die zu Recht schützenswerten Teil-Flächen des Flugplatzes schon jetzt durch Bundesgesetze und Bayerisches Landesrecht geschützt sind und bleiben, was dazu führt, dass auch jetzt schon jede Veränderung am Flugplatz einer Genehmigung durch die Regierung bedarf, die nur unter Hinzuziehung der Naturschutzbehörde und Vorlage eines verbindlichen Landschaftsschutz-Begleitplans erteilt wird. Soweit sich dabei eine Beeinträchtigung geschützter Flächen ergibt, wurden und werden diese entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ersetzt bzw. umgesetzt und zwar nicht irgendwohin, sondern sogar vergrößert auf dem Gebiet des Flugplatzes.

Durch die Einführung eines NSG wird der Naturschutz zusätzlich auf nicht schützenswerte Teile der Flugplatzfläche erstreckt, was ebenso unnötig wir sicherheitsproblematisch ist und jede weitere Veränderung sogar hin zu ökologisch begrüßenswertem Elektrobetrieb blockiert.

Tatsächlich haben die Antragsteller auch weniger den Flugplatz im Auge als Bauvorhaben der Fa. Brose, wobei übersehen wird, dass diese auf dem privaten Gelände dieser Firma und damit außerhalb des Flugplatzes und auch außerhalb des ausdrücklich so eingeschränkt beantragten NSG erfolgen sollen und werden. Der wesentliche Zweck des NSG wird somit also gar nicht erreicht!

Was den Flugbetrieb angeht, hat man nichts gegen die Fortsetzung in dem bisher genehmigten und praktizierten Rahmen, will aber jede künftige Veränderung verhindern, wohl wissend, dass das langfristig zu einer Schließung des so gelähmten Flugplatzes führen wird.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der drängenden Zeit bitte ich Sie um ein persönliches Gespräch zu dieser für über 400 Mitglieder brennenden Problematik noch vor der entscheidenden Sitzung des Stadtrates!

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen

Hanno Stock

1. Vorstand