Nachdem der Online Contest (OLC) als bisheriger Ausrichter der Segelflug-Bundesliga seine Aktivitäten aus persönlichen und finanziellen Gründen einstellen musste, ging mit jenem auch für den Aero-Club Bamberg eine langjährige Tradition zu Ende. Gut, dass seine Piloten bereits letztes Jahr ihre Flüge parallel bei WeGlide.org, der neuen Ausrichtungsplattform, gemeldet hatten, wo sie sich mit dem ersten Platz in der Bayern-Liga für die zweite Bundesliga qualifizierten.
Noch sind die neuen und etwas komplizierteren Regeln nicht allen zu 100 Prozent geläufig; kurzgesagt liegt der Fokus zwar nach wie vor auf der Durchschnittsgeschwindigkeit über zwei Stunden, jedoch kommt ein Streckenbonus hinzu, der weite Flugstrecken kürzeren Sprints gegenüber bevorzugt. Umso bemerkenswerter, dass sich bereits in der ersten Wertungsrunde einige Piloten der Herausforderung stellten. Bei mäßigen Bedingungen mit starkem Wind, niedriger Basis und Blauthermik ging es in der Auftaktrunde darum, die Mindestbedingungen für eine Wertung zu erreichen. Mit 252 Gesamtpunkten und somit dem 16. Platz von 25 teilnehmenden Vereinen hat der Aero-Club dieses Ziel erreicht.
Den punkthöchsten Flug des Wochenendes konnte die Junior-Pilotin Katharina Schmitt beisteuern, die derzeit an einem Segelflugwettbewerb auf der Grambecker Heide bei Hamburg teilnimmt. In einer LS4 mit 15 Metern Spannweite flog sie von dort nach Süden zum Dolchauer Berg, wo sie wendete und in ihren schnellsten zwei Stunden über eine Wertungsstrecke von 174 km eine Schnittgeschwindigkeit von 87 km/h erreichte. Nach der Indexkorrektur, mit der die Leistungen der verschiedenen Segelflugzeugmuster miteinander vergleichbar gemacht werden, wurden ihr für diesen Flug 84,5 Speed- und 28,2 Streckenpunkte gutgeschrieben.
Der zweitbeste Flug ging auf das Konto von Reinhold Ruß, der mit seinem Oldtimerflugzeug Kestrel mit 17 Metern Spannweite von Bamberg nach Kronach, von dort über Lichtenfels und Bamberg weiter zur Burg Feuerstein und schlussendlich wieder heim nach Bamberg flog. Auf 120,5 km sammelte er mit einer Schnittgeschwindigkeit von 60,2 km/h indexbereinigt 56 Geschwindigkeits- und 15,6 Streckenpunkte.
Horst Singer flog die annähernd gleiche Route über 127,9 km mit 63,9 km/h. Mit seiner EB29 mit 29,3 Metern Spannweite holte er hierfür nach der Indexkorrektur 52,8 Speedpunkte.
Mit einer etwas größeren Strecke als Singer steuerte Harald Gerlacher in seinem Nimbus 4DM mit Co-Pilot Joachim Pilz noch 15,3 Streckenpunkte zum Gesamtergebnis bei.
Das diesjährige Saisonziel ist ein Platz unter den Top 5 Vereinen, welcher den (Rück-)Aufstieg in die erste Bundesliga sichert.
