Das Jahr 2026 begann mit einer sehr traurigen Nachricht.
Unser Fliegerfreund Peter Bruha verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Für einen Nachruf ist es mit dem Aufzählen von Daten seines Lebensweges nicht getan. Es ist der Freund, Fliegerkamerad und Mensch zu würdigen. Peter wurde am 29. Oktober 1947 in Bamberg geboren. Bereits als Jugendlicher wurde er Mitglied im Aero-Club Bamberg.
Zeitlebens gehörte seine Liebe dem Segelflug. Seinen ersten Schulstart auf dem Specht D-1490 machte er, natürlich mit Rudi Süss, im Jahr 1964.
Schon sehr früh fand er zum Leistungsflug. Die ersten kleineren Überlandflüge mit dem Vereins-L-Spatzen folgten Ende der 1960er Jahre. 1969 erwarben Peter und Franz Ott einen eigenen Spatzen. Aufgrund der rotgelben Lackierung erhielt der Flieger den Namen Papagei. Franz gelang damit ein Flug von ca. 450 km bis weit nach Frankreich. Peter hatte ihn zurückgeholt. Allein diese Rückholfahrt, Peter hatte deren Geschichte in vorgerückter Stunde immer gerne zum Besten gegeben, beschreibt die Kameradschaft, die für ihn keine Grenzen hatte.
Die Leistungen des Spatzen genügten dann Anfang der 1970er nicht mehr und es wurde ein Nachfolger erworben. Die Firma Eichelsdörfer reparierte 1972 für die Haltergemeinschaft Bruha/Ott und Martin den Bruch einer SHK. Mit 17 Metern Spannweite war sie das beste Segelflugzeug in Holzbauweise. Bis 1978 diente sie ihren Besitzern als bewährtes Leistungsflugzeug.
Peter hatte Ende der 1970er Jahre bis Anfang der 1980er Jahre wenig Zeit zum Fliegen. Der Schritt in die Selbstständigkeit als Architekt und familiäre Umstände hielten ihn damals einige Jahre von der Fliegerei fern. Die SHK wurde nach England verkauft, dort fliegt sie noch heute. Bei einem Schottlandbesuch entdeckten sie Franz Ott, Mani Werth und Christian Waldschmidt in Glenrothes wieder.
Aber er kam zurück, und wie! Mitte der 1980er Jahre legte er wieder richtig los, er kaufte sich eine ASW 20 und flog beachtliche Strecken, sowohl im Flachen als auch von Eschenlohe aus in den Bergen. Unsere DMSt Rennklassemannschaft war in Bayern legendär. Lange Jahre war er aber auch Segelflugreferent und 2. Vorstand.
Als sich in den späten 1990er Jahren abzeichnete, dass es möglich sein könnte, die Existenz des Flugplatzes Bamberg-Breitenau auf lange Sicht zu sichern, war er zusammen mit Mani Werth einer der Wegbereiter der Zukunft unseres Platzes. Seine zweite Frau Rosi war ihm dabei eine wichtige Stütze. Heute müssen wir Peter und Rosi für diesen Einsatz unendlich dankbar sein. Der Verein ernannte ihn deshalb zum Ehrenmitglied.
Es gibt aber noch eine Lebensleistung, vor der es den Hut zu ziehen gilt. Rosi erkrankte in den 2000er Jahre schwer. Sie wurde ein Pflegefall. Peter kümmerte sich 10 Jahre lang aufopferungsvoll um sie. Im Jahr 2016 ist sie verstorben.
Nach Rosis Tod wurde es fliegerisch etwas ruhiger. Er stieg zwar in die ASH-25-Haltergemeinschaft mit ein, doch Spaß machte ihm der Flieger wegen seiner schlechten Sitzposition nicht so recht. Er kaufte sich eine ASW 22, aber auch der Aufwand mit dem großen Flieger war ihm zu viel. Spaß hatte er allerdings immer am Oldtimertreffen mit dem Specht D-1490; auf diesem Typ hatte er seine über 60-jährige Fliegerlaufbahn begonnen.
Peter war bis zu seinem 65. Lebensjahr Segelflieger und Motorseglerpilot gewesen. 2013 erwarb er dann mit einer Gruppe von alten Kameraden die PA-18 D-EKGM. Sie sollte ihm noch viel Freude nach dem Abschied vom aktiven Segelflug bereiten. Viele Flüge quer durch Deutschland führte er zusammen mit seiner Lebensgefährtin Irene aus. Diese sympathische Frau wurde von seinem engen Freundeskreis mit Freuden aufgenommen. Peter blühte förmlich auf. Fünf Jahre waren ihnen vergönnt. Bis zu seinem Tod waren beide unzertrennlich. Es gäbe noch viel zu sagen. Peter war auch als federführender Architekt in das Bauvorhaben Flugplatzgebäude und Hallen involviert. Auch als Jäger war er lange Jahre aktiv.
Peter wird uns als ein wirklicher Freund und Kamerad in Erinnerung bleiben.
Sein dröhnendes Lachen wird uns allen fehlen.
Peter war auch ein Freund vieler spezieller Formulierungen, die nur er benutzte. Für uns ältere, die Peter 60 Jahre lang kannten, werden diese “Spezialitäten”, zum Beispiel beim Einräumen der Flugzeughalle, fehlen (Jösses, Obacht). Auch seine Wärme, Lebensfreude und Hilfsbereitschaft.
Lieber Peter, wir werden dich vermissen.
Peter hinterlässt eine Tochter, Birgit, zwei Söhne, Oli und Sebastian. Der Sohn Andreas verstarb 2014.
Ihnen, der Familie und Irene gehört unser tiefempfundenes Mitgefühl.