Unsere Piper Arrow (D-EJFF) war nun für ein halbes Jahr in Kunovice (LKKU) bei der Firma Air Team in der Tschechischen Republik.
Bei dieser Maßnahme wurde der Flieger praktisch entkernt und mit neuer, moderner Avionik ausgestattet.

Wie es sich schon oft bei älteren Fluggeräten – in diesem Fall eines mit Baujahr 1974 – erwies, erstreckte sich der Aufwand als erheblicher als wir alle dachten. Alle Kabelbäume und die Innenausstattung waren morsch und mussten ersetzt werden – anyway, das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist jeden Cent wert.

Zurück zum Reisebericht ;-). Als die Arbeit getan und bezahlt war, beauftragte unser Vorstand ein Team um die Maschine (endlich) nach Hause zu holen. Die Wahl fiel auf Eckhard, Sean und meine Wenigkeit. Der Plan war, mit der QA (einer weiteren Vereinsmaschine) dort hin zu fliegen. Da wir zu dritt waren, entschieden wir auf jeden Piloten eine Teilstrecke zu verteilen. Es sind 260NM (ca. 480km) auf einer Strecke und somit hin UND zurück für einen Piloten recht anstrengend – ich weiß wovon ich rede;-).
Ca. 2 Wochen lang hatten wir grottenschlechtes Wetter bis sich endlich der Freitag, 20.02. als bedingt geeignet erwies um die Reise zu wagen. Die Vorhersage gab uns ein recht kurzes Zeitfenster von früh 8 Uhr bis nachmittags ca.16-17 Uhr. Danach nährte sich von südwesten eine Schnee/Regen-Front.
Auf dem Weg hin, war ich der fliegende Pilot, somit kümmerte ich mich um Planung, Gewichtsberechnungen, Flugplan, Treibstoffmenge etc.
Als dann morgens das endgültige Go entschieden war, wurde “aufgesessen“ und gestartet. Trotz schwerer Beladung stieg unsere QA willig und tapfer gen Osten (erster Kurs 101°). Uns kam die Kälte und der neue Propeller zugute. Die Route verlief über ARMUT, PEMEL, VAKLA, GIVIP, das sind GPS-Wegpunkte die in jedem modernen Tablet, Handy oder GPS zur Verfügung stehen.

Die Flugsicherung akzeptiert sehr gerne diese Wegpunkte da diese obligatorisch sind und der Fluglotse somit ein genaues Bild der Route hat. So ging es mit einer relativ “dürftigen“ Geschwindigkeit über Grund von 95kt (ca. 175km/h) dahin, denn der Wind von vorne machte es uns nicht leicht. Wir hatten FL055 (ca. 1700m) als Reiseflughöhe gewählt, da über uns immer wieder Wolkenfelder waren und mehr Höhe keine sonstigen Vorteile gebracht hätte. Vor uns befanden sich etliche “restricted areas” (Lufträume, in die man nicht einfliegen darf) durch die uns die sehr freundliche und hilfsbereite ATC (Flugsicherung) “durchsprach“ ;-).
Nach knapp drei Stunden erreichten wir ohne Probleme Kunovice. Ein bisschen Kopfzerbrechen bereitete mir der Praha Met Report (Flugwetterbericht aus Prag) mit Wind aus 300° mit einer Stärke von 22kt (ca. 40km/h) – die Bahn hat die Ausrichtung 020° bzw. 200°, somit Wind knackig von der Seite!? Bei der Landung waren es dann 060° mit 22kt (ca. 40km/h) – der Anflug gestaltete sich dann als holprig aber die Landung gelang “vorbildlich“;-).
Wie oben beschrieben, hatten wir einen engen Zeitplan und mussten somit Teamgeist zeigen. Das gelang außerordentlich gut.
Eckhard betankte die QA, Sean nahm die FF in Empfang und Ich sprach mit Praha ARO wegen der Flugpläne. Es funktionierte alles problemlos und wir konnten noch kurz einen Kaffee trinken, bis der Flugplan lief und der Flugplatz um 12:30 Uhr lokaler Zeit wieder öffnete.
In der FF saßen nun Sean als fliegender Pilot PIC und Ich als Unterstützung. In der QA saß Eckard.
Den schwierigen Teil der Rückflugs hatte er, denn er musste durch den Formationsflug nah bei uns bleiben und uns nicht aus den Augen verlieren.
In 5000ft (ca. 1500m) ging es die gleiche Route ereignislos zurück. Somit hatten Sean und ich Zeit uns in die neuen Systeme der FF “einzugucken“ ;-). Wie erwartet verschlechterte sich das Wetter kurz vor Bamberg deutlich. Dennoch erreichten wir die Heimat problemlos.
Hiermit danke ich meinen beiden Kameraden für ihr Engagement und Teamfähigkeit wodurch diese Aktion erst möglich wurde.
Gabriel
