Aero-Club Bamberg e.V.

Flugplatz Bamberg-Breitenau

SA / SO / Feiertags

9:00 - SS (max. 18:00 Uhr) lcl

+49 951 45 1 45

Erreichbar bei Flugbetrieb

Zeppelinstraße 18

96052 Bamberg

Mit dem Flieger zum Wandern in die Alpen

Fliegen alleine ist schon ein tolles Hobby – noch schöner wird es, wenn man es mit anderen
Aktivitäten verknüpfen kann. Daher ging es für mich auch dieses Jahr wieder für einen Tagesausflug
zum Wandern in die Alpen. Dieses Mal wurde ein langjähriges Ziel in Angriff genommen, das
Kitzbüheler Horn. Vor einigen Jahren schon hatte ich diesen schönen Berg mit dem imposanten
Antennenaufbau als potentielles Ziel auserkoren und nun war es endlich an der Zeit dafür!
Zielflugplatz: St. Johann in Tirol (LOIJ), direkt am Fuße vom Berg.


Die Wetterlage für den Flugtag sollte ein gutmütiger Mix werden – ganztags wolkig, zum Nachmittag
hin abnehmender Bedeckungsgrad. Kein Sturm oder Niederschlag, dafür trotzdem moderate
Temperaturen. Lediglich musste für den frühen Morgen die Möglichkeit für Bodennebel und eine
niedrige Wolkenuntergrenze beachten werden.

Los ging es in Bamberg um 06:30 Uhr lokal mit der
WT9 mit einer voraussichtlichen Reisedauer von ca. 1:40 h. Direkt nach dem Abflug ging es zu FIS, um
den Delta über Nürnberg zu durchfliegen. Nach der Weiterleitung an München Radar durfte ich dann
auf FL060 meinen geplanten Kurs fortsetzen.

Hier war schon ersichtlich, dass es mit kräftigem
Rückenwind nach Süden ging (Groundspeed 109 kt bei True Airspeed 88 kt). Da ich eh nicht vor 08:00
Uhr in LOIJ landen konnte habe ich also das Propellersetting angepasst und bin spritsparend
weitergeflogen. Nach Rücksprache mit FIS ging es dann noch durch die ED-R 138A.
Anschließend erfolgte ein Sinkflug, um den Charlie von München mit 3000 ft zu unterqueren.
Aufgrund der Anflüge von Osten war eine direkte Durchfluggenehmigung sowieso eher unwahrscheinlich.
Außerdem war es wieder einmal faszinierend, die schiere Menge an Urlaubsfliegern im Anflug zu
beobachten, die ihren Endanflug dicht über mir flogen. Südlich von München ging es über den
Chiemsee in Richtung Alpen. Es zeichnete sich schon ab, dass ich mich aufgrund der Wolkenhöhe im
Tal halten sollte. Also bin ich wie ohnehin geplant über Unterwössen und Kössen in die Berge
eingestiegen, den Blick immer auf die Wetterlage voraus gerichtet. Griesenau ist ein Meldepunkt für
St. Johann in Tirol, so dass ich ab dort alle Informationen für den Anflug per Funk bekommen habe.
Anflugrichtung 31, also einmal nah am Hang um den Platz drum herum. Die markante breite und sehr
helle Landebahn war schnell ersichtlich und das Tal lag glücklicherweise komplett im frühen
Sonnenschein und frei von Nebel. Nach der Ladung wurde der Flieger schnell geparkt und der
Wanderrucksack geschnappt.


Der Flugplatz LOIJ liegt so am Fuß vom Kitzbüheler Horn, dass nur eine sehr kurze horizontale
Wegstrecke zu absolvieren ist. Schnell ging es durch ein kleines Wohngebiet schon an den Hang. Der
Weg bergauf war anfänglich von Fortstraßen geprägt. Je höher es ging, desto mehr kamen richtige
und wirklich schöne Wanderwege zum Tragen, teilweise mit tollen Blicken ins Tal (der Flugplatz war
auch immer wieder zu sehen) und auf die umliegenden Berge in nördlicher Richtung. Spätestens
hinter der Harschbichlhütte wurde es dann alpin – über enge Pfade ging es steil bergauf, immer mit
Blick zur Antenne auf dem Gipfel, die eindrucksvoll von Wolken umspielt wurde. Aufgrund der daraus
abschätzbaren Windgeschwindigkeiten und der wechselhaften Sicht habe ich mich dann gegen eine
Tour über den an sich schon anspruchsvollen Klettersteig entschieden und bin den dennoch sehr
schönen und aussichtsreichen Normalweg gelaufen, der von einer Fülle an Steinrosen geziert war.
Am Gipfel war es dann vorbei mit der herrlichen Ruhe des Berges – es warteten schon einige
Touristen, die sich per Gondel oder E-Bike von der Kitzbüheler Seite aus auf den Weg nach oben
gemacht haben. Nichtsdestotrotz habe ich kurz den Gipfel genossen, einen leckeren Kaiserschmarren
zu mir genommen und mich anschließend wieder nach unten begeben. Ein alternativer Weg abwärts
über den Rastplatz Horngipfelrundweg war durch Kühe versperrt, daher bin ich zunächst den
Aufstiegsweg wieder runtergegangen, was nochmal tolle Ausblicke auf die inzwischen etwas freieren
Berge gewährt hat. In Richtung Tal habe ich noch ein paar kleine Umwege zugunsten von
Wanderwegen vor Forststraßen in Kauf genommen – gelohnt hat sich das allemal! Nach 6 h
Gesamtzeit waren fast 21 km und 1450 Höhenmeter absolviert.

Schnell noch die Landegebühr bezahlt und den Flieger für den Abflug fertig gemacht.
Rückwärtig ging es wieder über die 31, vorbei am Trafo-Häuschen (Besonderheit im Abflugverfahren
LOIJ) in Richtung Griesenau. Der Ausflug aus den Alpen war von Thermik geprägt, aber dennoch gut
fliegbar. Auch waren inzwischen einige Gleitschirme und Segelflugzeuge unterwegs. Nach der
Grenzüberschreitung erfolgte lange der erfolglose Versuch, FIS zu erreichen – nachdem auch andere
Flieger das gleiche Problem hatten lag es wohl eher bei FIS selber. Aber spätestens beim
Frequenzwechsel unterhalb vom Charlie München wurde es deutlich besser. Rückwärtig ging es
wieder durch die ED-R 138A. Für einen thermikfreien Heimflug wollte ich gerne über die Wolken auf
FL085 steigen. Dafür durfte ich Ingolstadt Radar anrufen, die mich dann für die ED-R 144 freigegeben
haben. So konnte ich dann sehr entspannt und frei von Turbulenz gen Heimat fliegen. Nach dem
Monitoring der TMZ Nürnberg ging es dann in den Anflug auf die 03 in Bamberg. Rückwärtig habe ich
genauso wieder ca. 1:40 h an Flugzeit benötigt, wenn aufgrund des zwar schwächeren aber dennoch
jetzt von vorne kommenden Windes etwas mehr Leistung erforderlich war.

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